In Moliéres wahrscheinlich berühmtester Komödie „Der Geizhals“, begegnen wir einem Charakter, der uns in der heutigen Welt wohl immer weniger erspart bleibt. Der narzisstisch gestörte Knauser Harpagon hat ein geradezu erotisches Verhältnis zu seinem im Garten vergrabenen Geldbatzen. Die Liebe allerdings ist für ihn lediglich eine geschäftliche Angelegenheit. Er ist seiner Umwelt gegenüber stets feindlich eingestellt. Sein Geiz erreicht astronomische Maße und seine Menschlichkeit ist nicht einmal erahnbar.Er terrorisiert seine Familie, allen voran seine Kinder Elise und Cleante, deren Heiratspläne er durchkreuzt und zu seinem Vorteil zu instrumentalisieren gedenkt.Er hat seine Tochter Elise dem begüterten, alten Anselme versprochen, für den Sohn Cléante ist eine reiche Witwe vorgesehen. Für sich selbst hat er die junge Marianne im Visier, die aber heimlich Cléante liebt. Doch mit viel List gelingt es beiden Geschwistern, trotzdem ihre Liebesheiraten zu verwirklichen.